400 Jahre nach ihrer Einführung bekommt die erste evangelische Kirchenordnung Altenas eine neue Aufmerksamkeit. Dass wir heute wieder lesen können, was Pfarrer Johannes Mesling 1626 für das kirchliche Leben der Stadt festhielt, ist der Arbeit von Dr. Johannes Claßen zu verdanken. Zum Jubiläum erscheint seine Dissertation nun als Buch.
Kirchengeschichte ist manchmal überraschend aktuell. Als Johannes Mesling im Jahr 1626 die erste evangelische Kirchenordnung Altenas in Kraft setzte, befand sich die Region in einer Zeit großer konfessioneller Spannungen. Seine Ordnung sollte dem kirchlichen Leben einen verlässlichen Rahmen geben und die lutherische Prägung der Stadt sichern. Was damals entstand, ist heute ein wertvolles historisches Dokument – allerdings eines, das über lange Zeit kaum jemand entziffern konnte.
Das hat sich geändert. Dr. Johannes Claßen hat sich über mehrere Jahre mit der historischen Quelle beschäftigt und sie für die heutige Forschung zugänglich gemacht. Aus einer universitären Arbeit entwickelte sich eine umfangreiche Dissertation, in der er die Kirchenordnung nicht nur sprachlich erschloss, sondern auch ihre theologischen und kirchengeschichtlichen Hintergründe untersuchte.
Die wissenschaftliche Anerkennung fiel entsprechend aus: Sowohl die schriftliche Dissertation als auch die mündliche Prüfung schloss Claßen mit magna cum laude ab. Seine Arbeit wird als 52. Band der Reihe „Beiträge zur Westfälischen Kirchengeschichte“ im Luther-Verlag Bielefeld veröffentlicht. Der Titel des Buches lautet: „Die Altenaer Kirchenordnung von 1626. Eine liturgie- und verfassungsgeschichtliche Untersuchung“.

Ein persönlicher Bezug zur Altenaer Kirchengeschichte
Dass sich ausgerechnet ein gebürtiger Altenaer dieser Geschichte angenommen hat, ist eine schöne Verbindung. Johannes Claßen ist im Pfarrhaus aufgewachsen. Sein Vater Dieter Claßen war Pfarrer, seine Mutter Sonja ist ebenfalls eng mit dem Gemeindeleben verbunden. Die Trinitatis-Gemeinde und die Stadt Altena haben ihn geprägt.
Mittlerweile hat er seinen eigenen beruflichen Weg eingeschlagen. Seit April absolviert er sein Vikariat in der Hagener Lydia-Gemeinde und bereitet sich auf den Pfarrdienst vor. Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Religionsunterricht gehören bereits zu seinen Aufgaben. Die Erfahrungen dort zeigen ihm auch, wie sehr sich kirchliches Leben verändert und welche Herausforderungen mit Fusionen und der Aufgabe von Kirchengebäuden verbunden sind.
Nun führt ihn sein wissenschaftlicher Weg noch einmal zurück nach Altena. Zum 400-jährigen Jubiläum seiner historischen Forschungsquelle wird aus der Dissertation ein Buch, das ein bislang wenig beachtetes Kapitel der Stadtgeschichte für ein breiteres Publikum erschließt.
Festakt und Buchvorstellung am 28. November
Der 400. Jahrestag der Altenaer Kirchenordnung wird am Samstag, 28. November 2026, mit einem Festakt begangen. Beginn ist um 16 Uhr. Im Rahmen eines Festvortrags stellt Dr. Johannes Claßen sein Buch der Öffentlichkeit vor.
Im Anschluss besteht beim Empfang Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Für die Gäste wird Grünkohl angeboten; hierfür wird um eine Spende gebeten.
Wir laden herzlich dazu ein, dieses besondere Jubiläum gemeinsam zu feiern und mit Dr. Johannes Claßen ein Stück Altenaer Kirchen- und Stadtgeschichte neu zu entdecken.
