Sorge um die Zukunft der Beerdigungskultur im Mühlendorf prägte die Versammlung
Rund 40 Interessierte kamen am Montagabend im Mühlendorf zusammen, um sich über die Zukunft des Gemeindezentrums und der Kirche zu informieren. Die Atmosphäre war dabei von großem Interesse, aber auch spürbarer Verunsicherung geprägt.
Eröffnet wurde die Versammlung vom stellvertretenden Vorsitzenden des Presbyteriums, Dan Ossenberg-Engels. Im Anschluss stellte Finanzkirchmeister Kay Kürschner mithilfe einer Präsentation erneut die aktuelle Situation der Evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Mark dar und erläuterte die finanziellen Rahmenbedingungen.
Dabei wurde nochmals deutlich, unter welchem finanziellen Druck die Kirchengemeinde steht. Mehr als 100 Prozent der jährlichen Zuwendungen fließen inzwischen allein in Erhalt, Unterhalt und Finanzierung der Gebäude. Für das Jahr 2026 ist ein Defizit von 257.120 Euro eingeplant, das aus Rücklagen gedeckt werden soll, um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Ohne Eingreifen und notwendige Einsparungen reichen die derzeit verfügbaren Finanzmittel der Kirchengemeinde voraussichtlich nur noch für drei Jahre.
Vor diesem Hintergrund stellte die Kirchengemeinde erneut ihre Überlegungen zu den sogenannten Zukunfts- und Abschiedsgebäuden vor. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Nutzungsmöglichkeiten für das Gemeindezentrum Mühlendorf denkbar sind und ob sich ein Investor oder neuer Nutzer finden lässt, der den Standort erhält und eine weitere Nutzung – etwa für Trauerfeiern oder Gottesdienste – ermöglicht.
Für das Gebäude liegt bereits ein Wertgutachten in Höhe von rund 800.000 Euro vor, das von einigen Versammlungsteilnehmenden kritisch hinterfragt wurde. Die Kirchengemeinde kündigte an, Kriterien für eine zukünftige Nutzung zu entwickeln, bei denen nicht allein der Verkaufspreis ausschlaggebend sein müsse, sondern auch die Frage, ob kirchliche Nutzung vor Ort erhalten bleiben kann.
Besonders spürbar war an diesem Abend die große Sorge vieler Anwesender um die Zukunft der Bestattungskultur im Mühlendorf. Wiederholt wurde gefragt, wo künftig Trauerfeiern stattfinden sollen und ob Beerdigungsgottesdienste zwangsläufig in die Lutherkirche verlegt würden.
Für viele Bürgerinnen und Bürger ist der Standort Mühlendorf eng mit Abschied, Erinnerung und persönlicher Verbundenheit verknüpft. Entsprechend groß war die Unsicherheit darüber, wie und wo künftig in würdigem Rahmen Abschied genommen werden kann.
„Wir haben uns im Presbyterium die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Kay Kürschner „und wir wollen auch weiterhin an allen Standorten präsent sein.“ In diesem Transformationsprozess müssen neue Wege gegangen werden. Dabei soll das Gemeindeleben eine zentrale Bedeutung
behalten.
Hier finden Sie noch einmal alle bisher geplanten öffentlichen Termine im Zusammenhang mit den angekündigten Veränderungen:
• 15.04. 19:00 Uhr: Gemeindehaus Nachrodt
• 21.04. 19:00 Uhr: Gemeindehaus Wiblingwerde
• 28.04. 19:00 Uhr: Gemeindehaus Mühlendorf
• 05.09. 10:00 Uhr: Zukunftswerkstatt im Lutherhaus
Interessierte und Gemeindeglieder können sich über diesen
Link/ QR-Code für eine Beteiligung registrieren: https://forms.office.com/e/iAf7e0aDxt


